Unsere Erfahrungen





Heim mit Wein? Nein!

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Obwohl Mexiko hauptsächlich für Tequila und Corona bekannt ist, produziert es auch exquisiten Wein, wovon wir uns im Weingebiet nahe Ensenada natürlich selbst überzeugen mussten. Da geführte Weintouren für uns zu teuer waren, ging es bereits in aller Früh mit dem Bus in die Gegend des Guadalupe Valley, wobei wir die letzten Kilometer auf dem Highway in praller Sonne zu Fuß zurücklegen mussten. Völlig ausgedörrt erreichten wir das erste Weingut, machten es uns im Schatten auf einer Dachterrasse bequem und genossen so den gekühlten Tropfen.

Gestärkt ging es per pedes weiter durch die Weinreben zum bekanntesten und größten Weinbauer der Gegend, L.A. Cetto, wo wir eine private Führung, Hintergrundinformationen zum Produktionsprozess und weitere Kostproben erhielten. Da Wein alleine nicht sättigt, wollten wir unsere knurrenden Mägen zufriedenstellen und marschierten Richtung Restaurant. Gerade wieder auf der Straße, hielt ein Van mit zwei Farmern neben uns an, die uns einen Platz auf der Ladefläche zur Verfügung stellten. Hunger siegte über Vernunft und so sprangen wir trotz der Warnungen auf das Gefährt auf und unsere Gutgläubigkeit wurde einmal mehr bestätigt, denn von krimineller Tendenz war nichts zu spüren.

Unversehrt konnte das Essensgelage in Weinbegleitung beginnen.

Kleiner Tipp: Es ist wesentlich günstiger einen Wein vorab im Weingut zu erwerben und dann zu günstigem Preis im Restaurant öffnen zu lassen, als ihn dort zu kaufen.

Soweit hat der Sparmodus also super funktioniert, wir Schlaufüchse haben aber die Rückfahrt nach Ensenada nicht bedacht. Nachdem wir nämlich unser Abendessen beendet hatten, fuhr kein Bus mehr und ein Uber konnte man in der Einöde nicht bestellen. Gott sei Dank rief uns die nette Kellnerin ein Taxi, welches uns zurück in die Stadt brachte. Diesen Erfolg feierten wir mit Margaritas in der ältesten Bar Mexikos, namens Hussong’s, in der wir dem Mariachi-Spiel lauschten, Erdnüsse verdrückten und deren Schalen auf den Boden schmissen.


Einblicke in das Leben des S. P. aus M.

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Wie bereits in den Top 10 erwähnt, ist S.P. der einzig wahre Tourguide für eine Höhlenmalereitour in der Nähe von M. (Datenschutzrechtliche Anonymisierung ist erfolgt 😊). Das Worldwide Web hat uns zu dieser Legende geführt und begeistert von den Rezessionen fackelten wir nicht lange und vereinbarten ein persönliches Treffen. So wurden beim Abendessen alle nötigen Fakten geklärt und dem Abenteuer, das am nächsten Tag bereits um 8:00 starten sollte, stand nichts mehr im Wege.

Pünktlich trafen wir am vereinbarten Treffpunkt ein, doch wo war S.P.? Zerknittert und mit übernächtigtem Blick tauchte er 15 Minuten verspätet auf und brachte uns zuerst zu seinem Domizil, da er anscheinend Papier und Stift, aber viel wichtiger, sein Frühstück vergessen hatte. Los ging‘s, über holprige Straßen in die Wüstenlandschaft, wo er uns von der Hitze sichtlich gequält, ausgewählte Kakteen zeigte. Beeindruckt von seinem Fachwissen, wollten wir den Hintergrund seiner Kenntnisse eruieren und erfuhren schon bald auch den Grund für seinen müden Zustand.

Der arme Mann wollte sich nach unserem Treffen am Vorabend noch ein Gläschen Wein gönnen, glaubte seine Lebensgefährten zu Hause im Bette, musste dann aber entsetzt feststellen, dass diese Annahme ein Trugschluss war. Die eben erwähnte Dame befand sich nämlich in Anwesenheit eines anderen Kavaliers in derselben Bar. Erbost von diesem Anblick gönnte sich S.P. aus M. ein paar weitere Gläschen…

Empathisch wie wir sind, wollten wir ihn trösten und ihn auf die Sonnenseiten des Lebens hinweisen, was allerdings kläglich scheiterte und zu weiteren traurigen Geschichten führte: Er schuftete sein Leben lang, um die überteuerten Schulgebühren für seine Kinder zu bezahlen, welche mittlerweile in Großstädte gezogen sind. Für Reisen blieb somit kein Geld mehr übrig, weshalb er die große, weite Welt nur aus den Geschichten seiner Kundschaft kennt. Seine Ehefrau hat ihn schon längst verlassen und was mit seiner derzeitigen Panterin ist, steht in den Sternen.

Für uns hat sich die Tour neben einer erkenntnisreichen Erkundung der Höhlen auch zu einem ganz persönlichen Einblick in das Leben des S.P. aus M. entwickelt.


Geheimtipps willkommen

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Professionelle Tourguides geben einen wertvollen Einblick in eine Stadt oder eine Kultur, sind aber nichts im Vergleich zu einem privaten, persönlichen Kontakt. Dieses Glück wurde uns mit Alyed in Mexiko-Stadt zuteil, dafür mussten wir aber zuerst eine Free Walking Tour in San Francisco absolvieren, wo wir ihn kennenlernten. Noch am Tag unserer Ankunft in Mexiko-Stadt trafen wir Alyed wieder und verbrachten einen schönen Abend zusammen. Er zeigte uns ein paar mexikanische Restaurants, trumpfte mit interessantem Fakten zu Bräuchen und Geschichte auf und führte uns in die mexikanische Partyszene ein. Durch Geheimtipps und Links zu Events waren wir für Mexiko bestens ausgerüstet.


Roswitha - dismissed, Kahlo - hallo

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Was ist klein, silber und unsere Rettung in Not? Roswitha, unsere neue Reisegefährtin auf 4 Rädern, die leider keine Automatikschaltung hatte. Nach dem Komfort von Jonny brachte diese Tatsache Tanja ziemlich ins Schwitzen und lies für Außenstehende nicht erkennen, dass wir bereits tausende Kilometer auf den Straßen dieser Welt zurückgelegt hatten. An die Größe, Nähe zur Straße und Perspektive aus Roswitha konnten wir uns hingegen schneller gewöhnen. Nach einigen Anläufen funktionierte das Abbremsen bei Kühen auf der Straße oder an den weit verbreiteten Militärkontrollen schließlich wieder tadellos. Roswitha samt Insassen sah sogar so einladend aus, dass die Militärbeamten nach einem kurzen Drogencheck der Stauräume gleich Teil unseres Reiseprojektes werden wollten.

Auch von Roswitha mussten wir uns bald wieder verabschieden, ersetzten diese aber kaltherzig mit dem mexikanischen Gefährt Kahlo, benannt nach der bekannten Künstlerin Frida Kahlo, weil auch er ein Gesamtkunstwerk darstellte.

Da bleibt nur noch zu sagen: „Rote Lippen soll man küssen, doch den Kahlo lieber nicht. Rote Lippen sind dem siebten Himmel ja so nah….“  doch Kahlo war zum Fahren da 😊 und mit Julia am Steuer fuhr er uns von Cancún nach Bacalar und wenn er nicht gestorben ist, dann fährt er noch heute.


Die Flut und das AirBnB

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Mit durch und durch schmutziger Wäsche im AirBnB in Campeche eingetroffen, versuchten wir uns mit Hand und Fuß mit der Besitzerin zu verständigen und ihre Instruktionen für den Waschvorgang genaustens zu befolgen. Silke erkannte aber Verbesserungspotenzial in den voreingestellten Waschprogrammen und erhöhte in ihrem Optimierungsdrang die Waschtemperatur und Umdrehungszahl, anstatt einfach nur den Startknopf zu drücken.

Anscheinende Folge dieser Aktion war, dass kein Wasser mehr in die Waschmaschine gepumpt wurde. Als die Besitzerin den Wasserdruck erhöhte, stellte sich heraus, dass es keinen akuten Wassermangel an sich gab- ganz im Gegenteil: das Wasser floss in Strömen und zwar vom 1. Stock die Treppe ins Wohnzimmer hinunter. Bei der Erhöhung des Wasserdrucks öffnete sich wahrscheinlich ein Wasserhahn und überflutete stückweise das obere Stockwerk. Der böse Blick der älteren Dame ließ vermuten, dass sie uns für die Reihe der unglücklichen Ereignisse verantwortlich machte.

Nachdem die Waschmaschine wieder funktionierte, die Böden wieder getrocknet waren und wir uns bemühten keine weiteren Fehler mehr zu begehen, steckte Tanja die Inhaberin zu allem Übel mit einem grippalen Infekt an.

Wir waren heilfroh, und sie bestimmt noch viel mehr, als wir die Unterkunft endlich verlassen durften.


Ein Schmerz kommt selten allein

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Wer glaubt, dass Tanja einen Hang zur Ungeschicklichkeit hat, sollte erstmal Silke kennenlernen, bei der die Selbstverstümmelung in Mexiko bei Weitem überwog.

Alles begann auf der Tour zur Isla Coronado, als Kapitän Tony versicherte, dass es ungefährlich sei mit Seehunden zu schwimmen. Wer konnte ahnen, dass Silke die Seehunde mit Quallen verwechselte und sich dadurch Verbrennungen auf Armen und Beinen zuzog.

Doch damit nicht genug… Da sie Meeresgetier scheinbar so liebt, kam sie einem toten, stacheligen Fisch am Strand von Balandra besonders nahe und stoch sich beim Drauftreten ein Loch in den Zeh. Tanjas Reaktion darauf, nachdem der Fisch den ganzen Tag vor unseren Augen lag: „Ich sag dir doch auch nicht, dass da ein Baum vor deinen Augen steht und du schaffst es normal trotzdem auszuweichen 😊“.

Nachdem Silke dann auch noch von den Stechmücken attackiert wurde, nahm sie reiß aus und verabschiedete sich aus der Natur.

Zur gleichberechtigten Schmerzverteilung zwischen linkem und rechtem Fuß, kam die Biene im Bus nach Chiquilá gerade recht. Das arme Vieh platzierte sich perfekt unter Silkes Fuß und diese steppte in gewohnter Manier direkt darauf.

Wie die Reise weiterging und ob Tanja diese Misere noch aufholt, könnt ihr bestimmt bald nachlesen.


Sturm und Drang auf Holbox

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„Wir kommen, wir kommen, wir kommen Sonnenschein, packen unsre sieben Sachen in den Flieger ein“… Von Sonnenschein war in unserem Fall leider nicht viel zu spüren und die eigentlich paradiesische Insel Holbox erreichten wir auch nicht mit dem Flugzeug, sondern in einem Boot gemeinsam mit einem heftigen Sturm, der der Insel stark zusetzte und sie verwüstete.

Unserem positiven Eindruck hat dies aber keinen Abbruch getan, was vor allem an den tollen Menschen lag, die wir in unserem Hostel kennenlernten. Die fehlende Sonne nutzte Tanja zum Studieren, während Silke zusammen mit Chris und James eine 12 Kilometer lange Strandwanderung unternahm. Sechs Stunden später kamen sie wie durch den Wolf gedreht zurück, Silkes Haare standen ihr zu Berge, James blutete an den Füßen und selbst der große Chris war durchnässt, da sie sich den Rückweg bei Flut durch einen Fluss erkämpfen mussten.

In Anbetracht dieses Ergebnisses lies Tanja die tollpatschige Gang nicht mehr aus den Augen und geleitete sie, ausgerüstet mit einem Erste-Hilfe-Set, am nächsten Tag zum Strand. Das war auch gut so, denn jedes Mal, wenn James ins Wasser ging, kam er mit einer blutenden Wunde mehr wieder an Land. Einen seiner Schnitte zog sich James bei dem Versuch anderen bei der Überquerung des oben genannten Flusses zu helfen zu, wobei der Pegel des Flusses bereits so angestiegen war, dass die abenteuerlustigen Touristen samt Fahrrad und Rucksäcke unterzugehen drohten. Bei diesem Anblick verdeutlichte sich auch für Tanja und Julia das Szenario des Vortages und sie entschieden, sich dieser Herausforderung, die mit Flamingos belohnt worden wäre, nicht mehr zu stellen.


Vogel-Unicorn Verwechslung?

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Früh morgens ging es los, in freudiger Erwartung an die Unicorn Tour, für die wir unseren letzten Groschen gegeben hatten. Über eine mit Schlaglöchern übersäte Straße ging es zum Eingang des Nationalparks Sian Ka‘an, wo ein Boot auf uns wartete. Gerade den Schock von dem Plastikjaguar im Gebüsch überwunden, sahen wir ein echtes Krokodil unter dem Steg lauern.

Genauso relaxed wie das Krokodil im Wasser, verfolgten wir die Spuren der Seekühe, welche die unterirdischen Cenoten des Gewässers behausen und die man mit viel Glück beim Auftauchen alle 5 Minuten erspähen kann. Im Halbschlaf schaukelten wir weiter zu den Mangrovenwäldern, wo viele Vogelarten nistete, von denen allerdings nur unsere Tourguides sichtbar fasziniert waren.

Unser Höhepunkt des Ausflugs hingegen, war das Floating im ehemaligen Mayakanal im Windelhosenstil, den man mit Hilfe einer umgedrehten Schwimmweste bildet. Nach diesem Programmpunkt durften wir ein traditionell mexikanisches Essen genießen, welches sogleich auch das Ende der Tour einläutete. Unsere erschöpften Tourguides ließen die letzten zwei Aktivitäten, Museum und Strand, einfach ausfallen und ignorierten gekonnt unsere Frage danach.

Fazit: Wir verbrachten einen schönen Tag in der Natur, aber preislich war der Trip definitiv zu hoch angesetzt, und Unicorns, Delphine und Schildkröten blieben unentdeckt.


Julia - eine wie keine

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Stürmisch war es auf der Isla Holbox aber nicht nur draußen, sondern auch in unserem Hostelzimmer als Julia die Tür aufriss und pitsche patsche nass nach Flips Flops bat. Tanja zögerte nicht lange, offerierte ihr bereits eingetragenes Schuhwerk und setzte somit den Grundstein für das nötige Urvertrauen für eine gemeinsame gute Zeit. Schnell war klar, dass sich ein Dreamteam gefunden hatte, denn nicht nur Julias lustige Art passte wie die Faust aufs Auge zu uns, sondern auch ihre diffuse Reiseplanung.

Während wir uns 2 Wochen lang zwischen Holbox und Bacalar näher kennenlernten, konnten wir sie als neues Crew Mitglied für das übernächste Projekt „Von Hawaii nach Shanghai“ akquirieren. Obwohl Julia alle Geschehnisse als Zeichen für ihr Glück in San Diego interpretierte, bot sie ihre Dienste als zukünftige Braut für die essentielle Hochzeitszeremonie in Hawaii als Ausgangspunkt der oben genannten Mission an. Tanja stellte sogleich den Erstkontakt zu einem potenziellen Verehrer her, welcher – wie es der Zufall so wollte – aus San Diego kam. Die Grundvoraussetzungen sind somit gegeben, sollte es dennoch Schwierigkeiten in der Umsetzung geben, haben wir ein Ass im Ärmel.

@Verena: Da du ja bereits Kontakte nach Hawaii hast, könntest doch du als Plan B eintreten und die hawaiianische Braut stellen. Bei guter Führung darfst du uns in deinen Flitterwochen auch ein Stück Richtung Shanghai begleiten.

Aber keine Sorge, Julia, selbst wenn diese Notlösung eintritt, brauchen wir dich auf unserer Reise, um in schwierigen Situationen, unsere Sorgen in Paradise-Songbegleitung (Lied unseres Mexiko-Videos) wegzutanzen, wie wir es in den Straßen Mexikos bereits ausgiebig erprobten. Wir freuen uns schon auf Kölle Alaaf im März – Pirat und Indianer sind quasi schon auf dem Weg zu dir!


Unerwünscht?

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Wieder einmal im Shopping-Fieber, schmiss Julia einen Kettenständer um und verteilte die Accessoires auf dem Boden des kleinen Modegeschäfts in Tulum, während Tanja in der Umkleide ein Kleid anprobierte. Vom Look minder begeistert, beschrieb sie das Kleidungsstück als Pyjama, bedachte aber nicht, dass dieses internationale Wort auch von dem Verkäufer und Designer verstanden wurde. Aufgebracht über das angerichtete Chaos und die negativ interpretierte Bezeichnung bugsierte uns der Mann vor den Laden.

Das war leider nicht das letzte Mal, dass wir das Gefühl unerwünscht zu sein verspürten, denn in der Grand Cenote wurden wir bei der friedlichen Beobachtung kleiner Schildkröten unsanft bereits 20 Minuten vor der eigentlichen Schließung durch die Trillerpfeife gestört. Eine aggressive Trulle trillerte lautstark, scheuchte uns aus dem Pool und verfolgte Tanja sogar bis auf die Damentoilette bis auch sie kapitulierte und das Areal verlies.

Erfolgreicher war da schon der Versuch, sich als Hotelgast in einem Resort am Strand auszugeben. Selbstbewusst schnappte sich Tanja eine hoteleigene Sonnenmatte und genoss diesen Luxus, während Silke und Julia mit ihren eigenen Handtüchern vorliebnahmen. Statt einem Rauswurf endete diese Aktion nur mit einem köstlichen, aber teuren Cocktail, in den Tanja investieren musste, um die Annehmlichkeiten weiter nutzen zu können.