Skurriles




XXL Lutz goes Kanada, oder?

Ikea war gestern, XXL Lutz ist überall, sogar in Kanada. Aber wider Erwarten ist das Markenkennzeichen der roten Stühle nicht wie bei uns in den Städten und kommerziellen Gebieten aufzufinden, sondern dringt bis in die Tiefen der Wildnis vor. Vor Seen, Berglandschaften und Wasserfällen kann man dem letzten Trend folgen und ein authentisches Bild von sich auf dem roten Holzstuhl schießen.

Kleiner Tipp an XXL Lutz: Bisher sind die Stühle nicht gebrandet

Lazy und Big- Klischee oder Wahrheit?

In amerikanischen Fernsehsendungen kann man des Öfteren sehen wie Fettleibige durch übergroße Supermärkte mit übergroßen Verpackungen düsen. Da wir uns nicht sicher waren, ob es sich dabei um ein von Hollywood produziertes Klischee handelt, mussten wir das natürlich überprüfen. Im Waltmart angekommen, sahen wir die schicken Flitzer bereits im Eingangsbereich eingereiht. Schnell drauf gesprungen und die Fahrt ging los. Während Silke auf ihrem Gefährt außer Rand und Band war und der Piepton beim Rückwärtsfahren alle Umstehenden nervte, versuchte sich Tanja auf das Wesentliche zu konzentrieren: den Einkauf. Allerdings war das im Irrgarten der Hypermärkte nicht so leicht wie gedacht und das Einkaufsvolumen eskalierte aufgrund der überdimensionalen Familienpackungen.

Fazit: Die elektrischen Einkaufswägen sind zwar sehr bequem und unterhaltsam, aber bringen nicht die gewünschte Zeitersparnis.  Die Familienpackungen sind günstig, aber für eine Grenzüberquerung und Gourmets, die eine abwechslungsreiche Küche bevorzugen, eher suboptimal, da man so gezwungen wird immer dieselbe S**** zu essen. 

One, two, TREE

Um sich zu Gletschern und Bergen vorzuarbeiten, muss man zuerst diverse Baumstämme überwinden – leider sprechen wir hier nicht von einer Völlerei der Schokowaffel als Energieschub für die Wanderung, sondern von umgefallenen, richtigen Bäumen.

Wenn ein Baumstamm einen Wanderweg blockiert, wird er bestenfalls mittig durchgeschnitten, das Holz bleibt aber liegen, nicht nur im Wald, sondern auch in Flüssen. Dies geschieht um nicht in das natürliche Ökosystem eingreifen zu müssen. Eigentlich schlau, aber bei uns sorgte das für Verwirrung, da die Massen der Baumstämme die Flüsse zu Holzsammelsurien verwandelten.

Rodeo: Tradition vs. Tierschutz

Ohne genaue Vorstellungen, was uns erwarten wird, machten wir uns auf den Weg nach Cochrane – ein absoluter Geheimtipp laut Cowboy-Broschüre – um uns auf ein authentisches Rodeo-Erlebnis einzulassen. Schnell erkannten wir, dass den Cochranern die Rodeo Tradition im Blut steckt.  Sogar 2-Jährige partizipierten, indem sie die Kleinversion vom Rodeo auf dem Rücken eines Schafes vorführten. Mit letzter Kraft krallten sie sich in der Schafswolle fest, mussten sich aber schlussendlich doch geschlagen geben und landeten allesamt am staubigen Boden.

Auf welche Ideen man kommt, wenn man in der Einöde aufwächst und scheinbar nichts anderes zum Spielen hat, zeigten die nächst-größeren Artisten.  In Dreier-Gruppen setzten sie sich zum Ziel, ein winziges Ponny einzufangen und zu besteigen. Die Ponnys waren so süß, dass wir sie tatkräftig anfeuerten und immer heilfroh waren, als sie entkamen und auf diese Weise das Spiel gewannen.

Der Oberhammer kam allerdings mit der Show-Einlage der alt-eingesessenen Cowboys: Auf Pferden fingen diese zu zweit ein Kalb mit dem Lasso ein, fixierten es an Hörnern und Beinen und warfen es brutal zur Seite.  Ebenso schockiert waren wir über die Methode, die Pferde und Bullen wild zu machen. Ihnen wurde ein Gurt umgeschnallt, der vor der Show-Einlage so festgezurrt wurde, dass dieser schmerzhaft auf deren Weichteile drückte. Laut unserer Recherche ist dies zwar noch die harmloseste Variante, aber leider auch schon schlimm genug was uns vor unserem Besuch nicht bewusst war.

Port Hardy — Endstation Hafen

Hafen, Segelboote, Beerensträucher, Spielplatz und fröhliche Gesichter…. Doch der Schein trügt: Port Hardy, der einst idyllische Ort am Meer, wurde anscheinend Opfer der allgegenwärtigen Landflucht. Die fröhlichen Gesichter sind Ergebnis übermäßigen Alkoholgenusses, jedes zweite Geschäft im Ort steht leer und die Schaukeln auf dem Spielplatz wehen verlassen im Wind – bis wir kamen und sie zum Leben erweckten. 

Wenn ihr Port Hardy ebenso zu neuer Blüte verhelfen möchte, könnt ihr dort gerne und günstig eines der leerstehenden Bürogebäude anmieten und eure Business-Idee verwirklichen. Zu beachten ist, dass Der Kundenstamm mitgebracht werden muss 😉.

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Spermiumpflanze XXL

Sag mal, wo kommst du denn her? Aus dem Wasser, bitte sehr.  So oder so ähnlich wäre wohl unsere erste Konversation mit der eigenartigen Alge abgelaufen. Wir entdeckten das seltsame Gewächs bei einem Strandspaziergang und waren sofort fasziniert. Je nach Verwesungsstadium erfüllt die Pflanze unterschiedliche Verwendungszwecke:

Im Wasser dient sie als Fischfutter. 

Frisch angespühlt, eignet sie sich hervorragend als Sportinstrument und musste daher als Weitwurfutensil in einigen Wettkämpfen herhalten. Eines haben diese beiden Stadien noch gemeinsam und zwar das bezeichnende, spermiumartige Aussehen, welches zur allgemeinen Erheiterung beitrug.

Erst in ihrer letzten Lebensphase legt die Alge ihr Erscheinungsbild ab und tarnt sich als dünner, geschlängelter Ast, den man zur Fertigung von Schmuckstücken verwenden kann.

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Boot + Haus = Freiheit

Victoria hat es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht, das Beste aller europäischen Städte auf einem Gebiet zu vereinen und so kann es nicht nur mit Fiakerfahrern aufwarten, sondern bietet auch Hausbooten, wie sie in Amsterdam zu finden sind, eine Bühne. Das Gefühl nach Freiheit beim Blick auf diese Boote inspirierte uns sogleich und die Idee eines Folgeprojektes war geboren: Mit dem Hausboot Mathilde von Bangladesch nach Marrakesch; oder so ähnlich – genaue Planung folgt noch.

@Bani, wir kommen voraussichtlich um 2021 herum

@Robin, wir wären bereit für eine Hochzeit als Ausgangspunkt der Reise

Poutine wird nicht zur Routine

Poutine ist ein Mischmasch aus Pommes, Bratensoße und Käse. Auf den ersten Blick schien diese Zusammensetzung für Silke ein himmlisches Gericht zu ergeben, während Tanja dem Ganzen skeptisch gegenüberstand, -„weil doch Schnitzel in Soße auch nicht schmeckt.“ Wie sich herausstellte, hatte Tanja recht und zumindest unser Testessen war weit weg von einem kulinarischen Hochgenuss. Doch da ein Experiment nicht nur aus einem Versuch bestehen darf und wir den schlechten Geschmack schon wieder verdrängt haben, werden wir wohl bald einen neuen Anlauf zur Verifikation unseres Eindruckes starten und euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

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Herausforderung Straße

Obwohl wir Jonny bereits im Griff haben, sorgen allerlei Überraschungen auf der Straße immer wieder für Aufruhr im Auto: Blick nach rechts, überholendes Auto – Blick nach links, Wapitis überqueren die Straße.

Zudem wird Jonny immer wieder auf seine Gewichtsprobleme hingewiesen, da an jeder 2. Straßenecke ein Schild auf die offensichtlich sehr populären Wiegestationen aufmerksam macht. Aber wir sind ja keine Unmenschen; diese Demütigung haben wir ihm bisher erspart.

Andere Unterschiede zum europäischen Standard können sogar vorteilhaft sein, wenn man diese endlich verinnerlichen würde, wie zum Beispiel die Erlaubnis bei roter Ampel rechts abbiegen zu dürfen. Leider vergessen wir diese Kleinigkeit oftmals und bieten Anlass für ein Hupkonzert.

Wir haben aber beschlossen, dass das Lernen der Regeln in Kanada auch keinen Sinn mehr macht und starten dafür einen neuen Versuch in den USA.