Unsere Erfahrungen





Über Stock und über Stein

.

Der Dschungel von Semuc Champey rief uns und nachdem wir in Belize hauptsächlich mit dem Boot unterwegs waren, folgten wir seinem Ruf nun wieder mit einem Shuttlebus.

Als endlich alle Komplikationen bezüglich Fake Tickets von dubiosen Anbietern aus dem Weg geräumt waren, hatte es unser Busfahrer so eilig, dass er gleich zu Beginn ein Motorrad rammte. Von dem Ereignis wenig beeindruckt, raste er wie vom Blitz getroffen durch die Straßen Guatemalas. Turbulent wurde es vor allem, als wir die geteerte Straße verließen und stattdessen nur noch Schlaglöcher und steile Abgründe vorfanden. Einige Kilometer später krachte der Bus so laut, dass selbst der sonst relaxte Fahrer panikerfüllt unter sein Gefährt krabbelte, um zu sehen, ob noch alles in Ordnung war. Erfolgreicher Check-Up, und das Geholpere ging in eingepferchter Sitzposition noch stundenlang weiter, bis wir bei Dämmerung unser Ziel erreichten.

Komfortabler war da schon unser angemietetes Auto in El Salvador, das uns zumindest bei Tageslicht sicher von A nach B brachte. Ein kleiner Haken bei Nachtfahrten waren allerdings das fehlende Licht und die abgedunkelten Windschutzscheiben. Nur mit vereinten Kräften, wobei sich die eine Person auf das Fahren im Schneckentempo und das Ein- und Ausschalten des Fernlichtes konzentrierte, während der Beifahrer fokussiert den Straßenrand nach Menschen absuchte, schafften wir es zur gewollten Destination.

Erlebnis Straße to be continued in Costa Rica…


Todesbootsfahrt

.

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Lieblingscafé Idea Connection in San Pedro La Laguna eilten wir zum Dock, schmissen unsere Rucksäcke auf das Dach des Bootes und platzierten uns auf den einzig freien Plätzen auf den vorderen Reihen.

Das Boot war so überfüllt, dass es sogar der leichte Wellengang massiv zum Schwanken brachte und wir zu kentern drohten. Dem Wasser näher als gewollt, fragte Tanja panisch, ob das noch normal sei. Schmunzelnd antwortete der Bootsjunge: „Ja, aber die Touristen sind einfach zu schwer.“ Mit schlechtem Gewissen blickten wir uns vielsagend an und bereuten die Frühstückseskapade mit Brownie und Co. Daraufhin nahmen wir uns vor, fortan gesünder zu leben, was wir aber bei heiler Ankunft am Hafen gleich wieder verwarfen.

Es lebe das Nutella 😊!


Ein Ball, ein Schuss, Tor?

.

Bässe dröhnten aus den Lautsprechern, das ganze Dorf versammelte sich und auch wir wollten das Spektakel nicht verpassen. Auf dem betonierten Marktplatz vor der Kirche sahen wir schon wie sich die Spieler in ihren gelben und blauen Trikots aufwärmten, denn ein Fußballspiel war die Ursache für die Aufruhr.

Auch die zahlreichen Dorfkinder tummelten sich auf dem Platz und übten, um bald so gut wie ihre Vorbilder zu sein, was in einem chaotischen Gewusel endete. Anpfiff und los gings!

Wir platzierten uns direkt am Spielfeldrand, um auch ja keinen Schuss zu verpassen. Tanja war nur kurz unaufmerksam und musste dafür auch gleich bezahlen, da der Schütze das Tor scheinbar mit ihrer Bierdose verwechselte. Zielsicher traf er die volle Dose und der gesamte Inhalt ergoss sich auf ihrer Hose, was das ganze Dorf köstlich amüsierte.


Satz mit X – das war wohl nix!

.

In Santa Cruz angekommen, wartete unser Gastgeber Negro bereits mit zwei Tuk Tuks auf uns, um uns zu unserem Domizil zu geleiten. Nur ein steiler Berg trennte uns von eben diesem, den sich die Gefährte samt uns und unserem Gepäck, zu Beginn sogar noch erfolgreich, hochkämpften.

Auf den letzten Metern intensivierte sich die Steigung und Tanjas und Negros Tuk Tuk versuchte es tapfer, brach dann aber jaulend zusammen. Auch Annas und Silkes Fahrzeug verlor den Schwung, rollte nochmals zurück, um Anlauf zu nehmen, konnte den Berg aber auch nicht bezwingen.

Uns blieb darum nichts weiter übrig, als den Weg vollbepackt zu Fuß fortzusetzen.

Das sollte aber längst nicht die letzte gescheiterte Tuk Tuk Fahrt sein, denn beim nächsten Anlauf blieben wir bereits auf halber Strecke liegen. Zu unserer Beruhigung lag es dieses Mal aber nicht an unserem Gewicht, sondern an dem leeren Tank.

Unsere Faulheit wurde wieder einmal bestraft…


Das Gruselkabinett der Tiere

.

Wir träumten von einer Villa im Grünen, mit Pool, Hängematten und in Strandnähe und erhielten ein Gruselkabinett.

Den Katzenkot auf den Matratzen konnten wir noch leicht wegstecken, indem wir die stinkenden Matten nach draußen verfrachteten. Kakerlaken und ekelige, schwarze Würme im Badezimmer wurden quasi unsere Freunde, doch dann konnten wir unseren Augen nicht trauen:

Zwei Taranteln wollten unsere Terrasse erobern, was Steffi dazu veranlasste, kreischend auf ihren Stuhl zu springen. Gekonnt eroberten wir uns unser Revier zurück, bevor schon der nächste Besucher, ein Skorpion, vor unserer Zimmertür Schlange stand. Es kam wirklich jeder Phobiker auf seine Kosten, denn schon am nächsten Tag warteten unzählige Frösche in der Duschaußenanlage und vor dem Swimmingpool auf uns. „Die einzige Steigerungsstufe wäre jetzt noch ein Krokodil im Pool“, scherzte Anna. Dass das gar nicht so abwegig war, stellte sich nach gespenstigen Geräuschen in der Nacht heraus. Beunruhigt riefen wir unsere Vermieterin an und erfuhren, dass es in der Gegend auch nur so von Krokodilen und Kojoten wimmelte, die wahrscheinlich für die nächtliche Ruhestörung verantwortlich waren.

Zum Glück sind wir diesen bis zu unserer Abreise nicht persönlich begegnet.


Weihnachten mal anders!

.

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind und das auch bei 40°Grad in El Salvador. Wir haben unser Bestes getan, die uns geläufigen Traditionen zu bewahren; Weihnachtslieder angehört, täglich einer Weihnachtsgeschichte von Steffi gelauscht und sogar Deko für Baum und Tisch besorgt, doch leider fehlten Kälte, Plätzchen und Christbaum, um in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Schwamm drüber: Wir haben Weihnachten für uns neu definiert und Heimisches mit Neuem kombiniert.

Die warmen Temperaturen schrien förmlich nach einem Barbecue, dessen Umsetzung schwieriger war als gedacht. Die Zutaten dafür mussten wir nämlich im 10km entfernten La Libertad besorgen, aber wie auch zu Hause wurde der späte Weihnachtseinkauf bestraft und wir standen 2 Stunden lang im Stau. Endlich angekommen, mussten wir uns durch Menschenmassen zwängen und statt mit einem großen Einkaufszentrum mit chaotischen, lokalen Märkten vorliebnehmen.

Die dann noch erfolgreiche Grillerei genossen wir mit Glühwein, auf den wir nicht verzichten wollten und anstelle um einen Christbaum zu tanzen, schlugen wir auf eine Minion Piñata.

Alles in allem ein gelungenes, aber etwas anderes Weihnachtsfest.


Von Mannerschnitten zu „Siempre Fresh“

.

Während wir in San Pedro auf eine österreichische Auswanderin trafen, mit der wir über das, was uns von der Heimat fehlt, philosophierten und die Verbrennung der letzten, leeren Mannerschnittenverpackung zelebrierten, brachte uns unser hauptsächlicher Kontakt nur ein paar Meter weiter in Santa Cruz in die guatemaltekische Realität zurück.

Mit seinem Slogan „Siempre fresh“- was so viel bedeutet wie „immer frisch“- war Negro, unser AirBnB Host, ortsbekannt und wahrscheinlich der Bürgermeister der Herzen. Seine Mission bestand darin, positives Denken zu verbreiten und die Einstellung zum Tourismus und den Expats zu verbessern. Dafür stellte er ein gemischtes Fußballteam, bestehend aus Einheimischen und Zugezogenen, zusammen, was großen Anklang bei der Bevölkerung fand. Die Scheu vor Touristen versuchte er bereits bei den Kindern zu verringern, die er unter seine Fittiche nahm und sie mit Sport und anderen, sinnvollen Aufgaben beschäftigte. Der geschäftstüchtige Mann war stets auf der Suche nach einer neuen Businessidee, wobei wir ihn gerne unterstützten und beim gemeinsamen Brainstorming folgenden Brüller entwickelten:

Lasse dich eingeraucht von einem Skorpion stechen à Entspanne in einer mayanischen Sauna à Erhalte danach mayanische Küsse à …. Schokoladenkondome… 😊 😊 😊 😊 😊